Hallgatóinktól

 Johann Wolfgang von Goethe: A halász/Der Fischer  -  Ács Orsolya nyersfordítása

 

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?«

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

A víz zörög, a víz dagad,
Egy halász ül rajta,
A horgászat után néz nyugalommal,
Hidegen a szívig felfelé.
És ahogy ő ül és ahogy ő fülel,
Osztja magát a dagály fel;
A mozgó vízből nedves
Nőszemély pezseg elő.

Ő énekelt, ő beszélt hozzá:
"Mit csábítgatod az én csírámat
Embertréfával és emberfurfanggal
A halálhőségbe fel?
Ah, tudhatnád te, milyen a halacska
Olyan jóérzést keltőn a talajon,
Te alámászol, ahogy vagy,
És lennék csak egészséges.

Nem frissít fel téged a kedves Nap,
A Hold magában a tóban?
Tér hullámot lehelőn az ő arcába
Tán nem dupla olyan szépen bele?
Nem csábít téged a mély ég,
A nedvesen dicsőült kék?
Nem csábít téged a te saját
Ábrázatod az örök harmatba bele?"

A víz zörög, a víz dagad,
Megnedvesíti neki a pucér lábat
Olyan epekedőn növekedett neki a - szív,
Ahogy a legkedvesebb üdvözlés mellett.
Ő beszélt, ő énekelt neki,
És volt ez vele megtörténve:
Félig húzta, félig süllyesztette őt,
És nem volt többé látható.


 Béla Hamvas: Metapoiesis  -  übersetzt von Gábor Retteghy   


Poiesis bedeutet meisterhaftes Handeln, mit diesem Wort bezeichneten die Griechen die Arbeit des Künstlers. Poiesis ist jene Aktivität, die sich nicht auf das unmittelbar biologische Leben bezieht, sondern über das zweckmäßige Verhalten im Kampf ums Sein hinausgeht. Das Poietische enthält etwas mehr, und dieses Mehr ist es, was daran wichtig ist. In dem, was die Kunst macht, gibt es nicht bloß eine Art Idealität, sondern es ist, als ob eben der Sinn des Handelns jene Idealität wäre. So ist das meisterhafte Handeln der Künstler nicht die Schöpfung dessen, was Mensch ist, sondern was über den Menschen ist, nicht dessen, was Leben ist, sondern was höher als das Leben ist, und nicht dessen, was Natur ist, sondern was mehr als die Natur ist. Kunst ist nicht bloß meisterhafte Schöpfung, sondern jene meisterhafte Schöpfung dessen, worin sich ein Mehr an Sein offenbart, oder wie NIETZSCHE sagt, nicht Schöpfung, sondern Überschöpfung (d. h. Schöpfung über mich selbst), also keine Poiesis, sondern Metapoiesis. Es scheint, dass diese metapoietische Haltung ein unverkennbarer Charakterzug des gesamten menschlichen Seins ist. Man kann gleich hinzufügen, dass der Gedanke einer Aktivität lediglich des Nutzens und Gewinns wegen innerhalb der menschlichen Existenz ein Phantasma ist, ganz gewiss das Phantasma von einem, der niemals gesehen hat, was der Mensch macht, wenn er gräbt, oder Bohnen sammelt, oder Unterwäsche flickt, oder Speck röstet, und nicht gesehen hat, dass jede Bewegung eines jeden Menschen vom gänzlich offenen Ziel gekennzeichnet ist, dass diese gut sein soll, und das wiederum entspricht jener im menschlichen Sein gegebenen Absicht, jenes Maß zu erreichen, welches weit über die praktische Zweckmäßigkeit hinausweist. Praktische Aktivität schier des Nutzens wegen gibt es im menschlichen Sein nicht. Jene gewisse Idealität, die im Handeln des Künstlers ausschließlich ist, ist auch darin zu finden, wie jemand die Mehlschwitze umrührt. Der Mensch tut etwas, damit das zustande kommt, was es noch nicht gibt; damit etwas verwirklicht wird, das noch nicht existiert, und das es bloß in der menschlichen Idealität gibt, etwas, das im Vergleich zur Natur ein Plus ist, weil es nicht in der physikalischen Welt, sondern jenseits dessen seinen Ursprung hat, und kein biologisches Leben ist (aus der biologischen Lebenstätigkeit auch nicht begreiflich ist), sondern das biologische Leben durchtränkt, und das Leben über sich hebt. Dieser menschliche Akt ist nicht individuell und isoliert und in sich stehend, er ist der Charakterzug der jeweiligen menschlichen Lebensordnung. Er ist nie schiere Lebenserhaltung, sondern immer und in jedem Fall und ohne Ausnahme mehr als jedermann. Das menschliche Handeln wird nicht von der nützlichen Zweckmäßigkeit im Kampf ums Sein gekennzeichnet, sondern von der Vernunft. Vernunft heisst, dass der Mensch in seinem Handeln einer gewissen allgemeingültigen menschlichen Ordnung folgt, einer Ordnung, die es hier noch nicht gibt, die aber auf Realisierung wartet.

Kunst ist jene Form des metapoietischen Verhaltens des Menschen, die die nützliche Zweckmäßigkeit im Kampf ums Sein allumfassend vernachlässigt, und mit ihrem Tun nichts weiter erreichen will, als die Ordnung der Vernunft zu verwirklichen, eine Einrichtung des Seins auszubauen, die ihrem Geschmack und Anspruch und Werten und Forderungen gerecht wird. Die Metapoiesis steht nicht im Zeichen der Ideen, sondern der Vita Nuova. Kunst folgt nicht Ideen, sondern verwirklicht das absolute und endgültige und vollkommene Leben. Die Vita Nuova ist nicht Realität; die Vita Nuova ist das, was noch wahrer ist als die Realität. Wer sich selbst wählt, bloß Leben und Natur und Welt wählt, der kann in der Wirklichkeit leben, dieses Leben aber ist bloß blinde Produktivität, dieser Mensch kann nur seine Talente pflegen. Wer bloß sich selbst wählt, entscheidet sich nur für den Spiegel, bleibt aber von der Wahrheit fern. Lontana come in uno specchio, fern, wie in einem Spiegel. Kunst geht davon aus, dass es kein dem menschlichen Wesen ebenbürtiges Objekt gibt. Kunst ist jenes Handeln, die eine dem menschlichen Sein gerechte vollwertige Welt schafft. Das ist die Metapoiesis. Die metapoietische Welt ist nicht real, sondern hyperreal. Der Inhalt der Metapoiesis ist die in jeder menschlichen Existenz und mit jeder Existenz zusammengehörige, in jedem Menschen vorhandene Konzeption der endgültigen Form und Einrichtung des menschlichen Seins. Die menschliche Hyperrealität ist ein System mit einer spezifischen Gesetzmäßigkeit, die in jeder Kunstrichtung identisch ist: der Stil, der Rhythmus, das Verhältnis, das Maß, die Stufenleiter der Seinswerte und deren Anordnung.

Eigentümlich ist folgendes: es versteht sich von selbst, dass sich das menschliche Wesen nur in der zur Kunst erhobenen Natur vollkommen zu Hause fühlt, nur in dem Fall, wenn er die Natur gänzlich dem Kreis der Natur entzogen, und sie metapoietisch für das eigene Leben umgestaltet hat. Wir sind nicht in der Natur, sondern in der Kunst zu Hause. Seltsamerweise scheint es jedoch so, als würde sich selbst die Natur nur in dem Fall und nur dann zum Leben vollkommen bereit fühlen, wenn der Mensch sie in seine künstlerische Existenz zu sich hochhebt. Das hat damit, was man gewöhnlich Kultur zu nennen pflegt, nichts zu tun. Was die Kultur macht, ist zum größeren Teil bloß nützlich und zweckmäßig, die Natur (wie auch der Mensch) leidet meistens in der Kultur. Die metapoietisch gemachte Natur ist ausgelassen und glücklich, je künstlerischer, um so glücklicher. Wie glücklich kann eine chinesische Vase sein, ein peruanisches Gewebe, das Marmor am Kapitell des Parthenons in Athen! Der Wunsch sich in einem endgültigen Zuhause niederzulassen lebt auch in einem Staubkorn. Die ganze Erde schmachtet nach der Vita Nuova, denn es gibt kein Steinchen, das sich nicht nach vollwertigem Sein sehnen würde. Metapoiesis ist, wenn der Mensch sich nicht ausdrückt, sondern das erschafft, was mehr ist als er, Kunst ist, wenn der Mensch sich über sich selbst erhebt. Nur so geht das Sein in Erfüllung. Und die Natur erwartet von der Kunst des Menschen, dass sie von ihr in die Vita Nuova emporgezogen wird.